Bitkom-Umfrage belegt deutlich Startup-Missstand an Schulen

Es heißt so schön im Volksmund, dass die Schulzeit den Menschen nur bedingt auf die Herausforderungen des wahren Lebens vorbereitet. Mit einer neuen Studie wurde diese sprichwörtliche Weisheit nunmehr untermauert.

IT-Grundkenntnisse und Startup-Erfolg laut Lehrermeinung nicht erforderlich

Das Klassenzimmer hat mit der Realität außerhalb der Schule nur allzu häufig nicht sonderlich viel zu tun. Während die Schüler heutzutage bereits ihren Tagesablauf mit dem Smartphone organisieren, so nutzen Schulen noch immer VHS-Kassetten und völlig veraltete Schulbücher, um den Lehrplan aufrecht zu erhalten. Der Branchenverband Bitkom führte jüngst eine Umfrage unter 505 Lehrkräften aus der Sekundarstufe I durch, um ein repräsentatives Bild zu erhalten. Aus dieser Umfrage geht deutlich hervor, dass der Großteil aller Lehrkräfte durchaus zukunftsscheu sind. Lediglich ein Viertel aller Befragten würde den Schülern die Gründung eines Startup-Unternehmens empfehlen. Obgleich in der heutigen Gesellschaft nahezu täglich regelrecht gepredigt wird, dass IT-Kenntnisse sowie unternehmerisches Denken bereits in der Schulzeit fundamentiert werden sollte, so glaubt lediglich jeder dritte befragte Lehrer an die Wichtigkeit dieser Attribute im Bezug auf die Wirtschaft. Ob jetzt die Interpretationsfähigkeit eines Gedichts in diesem Zusammenhang relevant ist oder nicht sei an dieser Stelle einmal dahingestellt.

Biktom-Geschäftsleiter Veltkamp äußerte seine Sorge bezüglich der Umfrageergebnisse. Zwar hängt die Startup-Kultur des Landes nicht ausschließlich von den Lehrplänen ab, jedoch müssen die Lehrer engagierter an die ganze Thematik herangehen. Es ist definitiv nicht ausreichend, einfach neue Lehrinhalte in den bereits bestehenden Lehrplan zu integrieren. Vielmehr müssten die Schulen selbst das Unternehmertun vorleben und Projekte wie Gründungswettbewerbe oder Planspiele bzw. einen verstärkten Austausch der Schüler mit Gründer-Vorbildern fördern. Aus der Wirtschaft kommen hierfür bereits genügend Initiativen. Die Unternehmerin Marie-Christine Ostermann hat beispielsweise mit der App-Programmiererin Verena Pausder das Förderprogramm „Startup Teens“ ins Leben gerufen, um Jugendliche für die Thematik zu begeistern. Die Schulbehörden müssten diese Projekte lediglich aufgreifen und mit ihnen interagieren.

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