Griechischer Ministerpräsident konsultiert amerikanischen Insolvenzanwalt

Dass sein Land tief in der Finanzkrise steckt ist weltweit kein Geheimnis mehr, doch jetzt hat sich der griechische Ministerpräsident Yanis Varoufakis intensiv mit der Option einer Staatspleite auseinandergesetzt. Insbesondere Wolfgang Schäuble wird dieser Schritt sicherlich sauer aufstossen, hatte der deutsche Finanzminister noch vor wenigen Tagen in Shanghai im Rahmen einer Rede die Option der griechischen Staatspleite als unglaubwürdig abgetan.

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Griechischer Besuch in Amerika

Am Freitag wird Varoufakis einen Termin mit der amerikanischen Kanzlei Cleary Gottlieb wahrnehmen, welche sich auf Staatspleiten spezialisiert hat. In einem Gespräch mit Lee Buchheit sollen gemeinsam Lösungen ausgearbeitet werden, um Griechenland einen Ausweg aus der sich langsam zuspitzenden Situation zu ebnen. Buchheit ist in diesem Bereich ein weltweit anerkannter Fachmann, der bereits des Öfteren in der Vergangenheit Staaten dabei unterstützt hat, sich erfolgreich zu sanieren.

Sollte bis zum Ende des Monats April keine Einigung mit Gläubigern erzielt werden, so soll Griechenland die eigene Staatspleite selbständig vorbereiten. Auch aus diesem Grund trifft sich Varoufakis vor seinem Termin mit Cleary Gottlieb zuvor mit dem amerikanischen Präsidenten Obama zu Gesprächen. Amerika gilt als wichtigster Befürworter eines griechischen Verbleibs in der Euro-Zone, da die Amerikaner aus Nato-Gesichtspunkten Griechenland für strategisch wichtig halten. Im Laufe des nächsten Monats wird für Griechenland die nächste Zahlung an den IWF in Höhe von 2,5 Milliarden Euro fällig. Die griechische Regierung benötigt dieses Kapital jedoch zur Deckung der eigenen Liquiditätsverpflichtungen im Hinblick auf den öffentlichen Dienst sowie die fälligen Pensionszahlungen. Varoufakis hatte bereits im Vorfeld deutlich unterstrichen, dass seine Regierung an diesen Punkten nichts ändern wolle, so dass sich die Anzeichen der geplanten Staatspleite deutlich verdichten.

 

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