Tauschhandel in Griechenland erlebt Boom

Die Ausläufer der wirtschaftlichen Krise in Griechenland zwingt die Bürger dazu, bei dem täglichen Handel kreativ zu werden. Aufgrund der Tatsache, dass die Barmittel äußerst knapp sind, erlebt der klassische Tauschhandel im angeschlagenen Griechenland einen regelrechten Boom. Während in erster Linie Bauern von dieser Handelsform Gebrauch machen sieht die Regierung diese Entwicklung skeptisch. Befürchtete Rückgänge der steuerlichen Einnahmen könnten das Land direkt in die nächste Krise stürzen.

Wie in frühen Tagen

Mimis Tsakanikas kann als Symbolbild für den Tauschtrend angesehen werden. Früher waren Stromausfälle sowie umherstreifende Wildschweine die größten Probleme des Bauern, heute ist es das begrenzte Bargeld. Als Landwirt muss er sowohl Angestellte als auch Lieferanten sowie Geschäftspartner bezahlen, doch ist er dazu nicht in der Lage. Der Tauschhandel, wie er in der vorindustriellen Zeit üblich war, hat Tsakanikas einen Ausweg aus der bisherigen Krise geebnet.
Viele seiner Angestellten wurden von Tsakanikas durch einen Anteil an der diesjährigen Klee-Ernte bezahlt. Die für die Ernte erforderliche Technik tauscht er mit anderen Bauern aus und die Pacht für seinen Acker wird von Tsakanikas in Naturalien bezahlt. Obgleich der Tauschhandel ein probates Werkzeug für die Zahlung der Schulden ist, so ist Tsakanikas über diese Entwicklung nicht erfreut. Gerade einmal 420 Euro wöchentlich kann der Landwirt von der Bank abheben, angesichts der hohen Schulden beim Landmaschinenservice sowie diverser Tankstellen ist dieser Betrag jedoch nicht ausreichend.

Der Tauschhandel hat in Griechenland eine lange Tradition. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes in der jüngeren Vergangenheit könnte diese Handelsform über viele Jahre hinweg noch anhalten. Im Internet gibt es bereits zahlreiche Portale, die einen entsprechend hohen Zulauf erfahren.

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