Voice Search Assistants: Unser neues Familienmitglied?

Bildquelle: Pixabay

Der technologische Fortschritt arbeitet stetig daran, uns das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Das Telefon muss, dank Bluetooth Headset, nicht mehr an das Ohr gehalten werden, um zu telefonieren und Lichter werden per Smartphone oder Fernbedienung eingeschaltet, anstatt mit Lichtschalter. Auch die Zeiten der tragbaren Radios, betrieben mit 16 Batterien, sind dank akkubetriebener Minilautsprecher vorbei.

Der nächste Schritt in der Evolution: Voice Assistants. Von nun an muss nicht mehr getippt oder geklickt werden, stattdessen werden Ihre elektrischen Geräte per Spracheingabe gesteuert. Es reicht ein „Ok, Google“, „Hey, Siri“ oder „Alexa“, um die sprachgesteuerten Assistenten zu aktivieren.

Voice Search

Eines der nützlichsten Features der Voice Assistants ist vermutlich die Voice Search. Wie der Name erahnen lässt, werden die Suchanfragen einfach gesprochen, statt sie einzutippen. Dabei können Sie einfach eine ausformulierte Frage stellen und arbeiten nicht mit einzelnen Suchwörtern. Dadurch bekommt das Recherchieren im Internet eine persönliche Note. Man fühlt sich eher, als frage man um Rat, als dass man mit kalter Elektronik interagiert.

2016 wurden, laut Google, in den USA 20 Prozent der Suchanfragen über einen Sprachassistenten gestellt. Mit der Einführung und dem Ausbau von stationären Voice Assistants, wie Amazons Alexa und Google Home, wird diese Zahl in den folgenden Jahren weiter steigen. Denn diese warten quasi nur darauf, die Antwort auf die nächste Frage zu finden.

Gesprochen vs. getippt

Der größte Unterschied zu schriftlichen Suchanfragen ist die Art und Weise, wie Fragen gestellt werden. Anstatt sich wie beim Tippen auf die wichtigsten Wörter zu beschränken, werden bei der Voice Search die Fragen ausformuliert. Dies hat zwei Gründe:

  1. Wir sprechen schneller, als wir schreiben. Deshalb versuchen wir uns auf so wenige Worte wie möglich zu beschränken. Reden fällt den meisten Menschen viel leichter, weswegen man hier die Suchmaschine mit mehr Wörtern füttert.
  2. Wir vermenschlichen die Assistenten. Mit Anreden wie „Hey, Siri“ oder Namen wie „Alexa“, wird klar versucht, den Voice Assistants Persönlichkeiten zu geben. Wir als User passen uns an und haben mit ihnen Konversationen.

Wie oft und warum wir Suchanfragen stellen, ändert sich mit der Einführung von Voice Search. Man fragt „Wie wird das Wetter in XY?“ oder „Wo ist die nächste Tankstelle?“. Fragen, die vorher vielleicht ungefragt blieben, weil der Aufwand sie einzutippen zu groß wäre, werden nun gefragt.

Und solange eines der Geräte in Hörweite ist, kriegen Sie auch eine Antwort. So können auch kleine Probleme schnell gelöst werden, ohne dass Sie extra an Ihren Computer oder Ihr Smartphone müssen. Dank der Integration der Voice Assistants in allen möglichen Geräten, wird es immer wahrscheinlicher, dass der Assistant zuhört.

Voice Search Optimierung

Nicht nur als Benutzer sollten Sie die Verbreitung von Voice Search im Auge behalten, auch als Betreiber einer Website, wird dieses Feature immer wichtiger. Denn wenn sich die Art der Suchanfragen ändert, muss auch die Antwort angepasst werden, damit Sie auch weiterhin in den Suchergebnissen hoch Ranken.

Voice Search bringt, wie gesehen, viele Eigenarten mit sich, an die man die Website anpassen sollte. Es gibt ein paar kleine Änderungen, die dabei schon helfen können, den Anschluss nicht zu verpassen.

1. Mehr Wert auf Long Tail Keywords legen: Wo bisher kurze, dreigliedrige Keywords im Vordergrund standen, sollten Sie auch längere Keywords mit auf Ihrer Website einbinden. Denn anstatt „gutes Restaurant Köln“, würde eine Suchanfrage per Voice Search eher „Wo kann ich in Köln am besten Essen gehen?“ lauten. Long Tail Keywords sollten am besten Sätze mit mindestens fünf Wörtern sein.

2. Fragen nicht nur beantworten, auch stellen. Da die meisten User bei einer Voice Search in grammatikalischen, ganzen Sätzen sprechen, bietet es sich an, die Fragen, die man auf der Website beantwortet, auch gleich ausgeschrieben auf der Seite zu stellen. Damit dies auch harmonisch und nicht allzu erzwungen aussieht, sollten Sie FAQ Seiten und andere, Fragen-und-Antwort basierte Seiten auf Ihrer Website integrieren.

3. Mehr Wert auf Lokale SEO legen. Oft sind sprachliche Suchanfragen lokal bezogen. Besonders wenn Sie in Verbindung mit dem Smartphone verwendet werden. Da fallen oft Fragen wie „Wo ist das beste XY in meiner Nähe?“. Deshalb ist es besonders für Betreiber wichtig, die lokale Dienste anbieten, ihre Seiten auf Voice Search zu optimieren. Das heißt, Sie sollten Ihren Dienst unbedingt bei Google My Business und anderen Verzeichnissen eintragen.

Planen Sie nicht nur für das Jetzt, sondern auch für die Zukunft

Auch wenn in Deutschland,der Schweiz und  Österreich die Voice Search noch nicht ganz angekommen ist; wer die Zeichen der Zeit deutet, sieht, dass wir In Zukunft vermutlich nicht ganz drumherum kommen werden. Damit werden auch Veränderungen in unserem Alltag einhergehen, denn jeder hat nun einen allwissenden Gesprächspartner in der Tasche oder in der Wohnung.

Doch nicht nur für Privatpersonen, auch für die SEO und das Online-Marketing bedeutet die Voice Search eine Umstellung. Es ist wichtig, dass man den potenziellen Einfluss dieses Wandels nicht unterschätzt und sich schon heute darauf einstellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.