Putin bezieht Stellung gegen eine neue Weltordnung

Die europäischen Sanktionen gegen den Kreml haben bereits auf dem finanzpolitischen Markt deutliche Spuren hinterlassen und auch das amerikanische Fracking als zusätzliche Quelle für den Ölmarkt ging nicht spurlos an Russlands Wirtschaft vorbei. Nachdem der Kreml seine Wirtschaftserwartungen für das Jahr 2015 bereits deutlich nach unten korrigiert hat und überdies eine Inflation erwartet, zeigt sich der russische Präsident Putin nunmehr zur Aussprache bereit und setzt auf das politische Mittel der Diplomatie. Seine Ansichten rücken dabei nur wenig von seinem ursprünglichen Standpunkt ab, auch wenn sich Putin bereits deutlich kooperativer zeigt.

Gegen eine Weltordnung mit herausragender Stellung

Laut Aussage des Kreml-Chefs sei Russland sehr deutlich gegen eine Weltordnung, die lediglich von einer einzigen Supermacht bestimmt wird. Weiterhin sei es nicht die Absicht von Russland, Krieg gegen irgend eine Nation zu führen. Auch aus diesem Grund wehrt sich Putin ausdrücklich gegen den Vorwurf, Russland sei eine kriegstreibende Nation. Vielmehr bekannte sich der Kreml-Chef zur internationalen Zusammenarbeit. Am Samstag nutzte Putin eine Gewerkschafts-Veranstaltung in Sotschi dazu, die Kooperationsbereitschaft Russlands nochmals deutlich zu unterstreichen.

Putin betonte jedoch ebenfalls, dass er sein Land in Gefahr sieht. Zahlreiche Versuche die Entwicklung seines Landes zu begrenzen werden nur mit der Zielsetzung verfolgt, die derzeitige Weltordnung einzufrieren. Kritik müsse daher geäußert werden dürfen. Nach seinen Gesprächen mit der Bundeskanzlerin Merkel sowie dem französischen Staatschef Hollande, die hauptsächlich die Thematik der Ukraine-Krise beinhalteten, sei der Kreml-Chef zur Überzeugung gelangt, dass das erklärte Ziel der Eurozone eine Weltordnung sei, in der nur Einer bestimmen könne und alle anderen dessen Willen zu folgen hätten. Diese Ansicht sei jedoch nicht mit der russischen Politik vereinbar.

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