Warensicherung – Schutz gegen Diebe und Wardrobing

4,2 Milliarden Euro Schaden durch Inventurdifferenzen ermittelte das EHI Retail Institute im Rahmen seiner Studie. Inventurdifferenzen bezeichnet die Summe der Waren, die auf dem Weg zu Kasse verloren geht. 1 Prozent Verlust durch Diebstähle klingt überschaubar, schmerzt jedoch durch die geringen Margen. Hierzu kommt der höhere Aufwand zur Durchführung regelmäßiger Inventuren.

Artikelsicherungs-Systeme

Sicherheitsmaßnahmen sollen die Verluste minimieren. 2017 gaben Händler zusammen 1,35 Milliarden Euro für Präventionsmaßnahmen aus. Die Ansätze sind vielschichtig und unterscheiden sich je nach Art des Geschäfts. Neben der Schulung des Personals, Videoüberwachung und Ladendetektiven ist die Warensicherung ein entscheidendens Element der Diebstahlprävention. Gleichzeitig erfassen die Systeme, wenn Ware das Geschäft verlässt. Sicherungs-Etiketten und Ware sind verknüpft, so ist gesicherte Ware nachverfolgbar. Wöchentliche Inventuren entfallen, weil der Warenbestand vom System kontrolliert wird. Sichtbare und Unsichtbare Warensicherungssysteme unterscheidet ihre Außenwirkung. Einen Überblick zum Thema finden Sie auf der Website des Anbieters WG Global: Warensicherung im Handel und Onlinehandel

Sichtbare Abschreckung

Deutlich sichtbare Sicherungs-Etiketten und Warensicherung an den Ausgängen signalisieren Wachsamkeit. Je nach Design sind die Sicherungssysteme unauffällig gestaltet oder mit Werbung versehen. Für weitläufige Areale ist eine sichtbare Warensicherung günstig, da das Monitoring auf die Zugänge beschränkt ist. Wertvolle und handliche Waren erhalten über eine Leinensicherung oder abgeschlossene Vitrinen zusätzlichen Schutz. Mit Durchgängen von 3 bis 4 Metern erzeugen sichtbare Warensicherungen bei Kunden unter Umständen einen verschlossen und abweisenden Eindruck. Zudem kann die Anlage Artikel im Außenbereich nicht erfassen.

Unsichtbare Überwachung

Alternativ oder zur Ergänzung bieten sich nicht erkennbare Sicherungskonzepte an. Bei Nahfunk-RFID etwa ist die Größe der Sicherungsetiketten frei wählbar. Manche Bekleidungsfirmen nähen die winzigen Chips in die Pflegeetiketten der Textilien ein. Die Kosten pro Kleidungsstück bewegen sich im Centbereich. Über mehrere Meter Entfernung senden die Chips ihre Position an verschiedene versteckte Empfänger im Laden. Ständig ist der Standort der Kleidung im Geschäft abrufbar. Damit ist der Weg der Waren im Laden nachvollziehbar. Bleiben viele Kleidungsstücke in den Umkleidekabinen liegen, kann das Verkaufpersonal reagieren. Bei Manipulationsversuchen wie Abscheiden oder Signalblockierung wird ein Alarm ausgelöst.

Neuer Trend Wardrobing

Mit dem Widerrufsrecht im Online-Handel verstärkte sich das Wardrobing. Unter den englischen Begriff fällt das »Ausleihen« von Kleidung durch Kunden für spezielle Anlässe. Es wird hochwertige Garderobe bestellt, getragen und zurückgeschickt. Derartige Aktionen verursachen doppelten Schaden. Auf der einen Seite der entgangene Umsatz. Auf der anderen die Kosten der Rückabwicklung. Kostenintensiv ist vor allem die Aufbereitung der Textilien für einen erneuten Verkaufsversuch. Nach einer Party sind Beschädigungen der Kleidung nicht unüblich. Theoretisch kann der Verkäufer Schadenersatz vom Interessenten verlangen. Ohne Beweise, dass der den Defekt verursachte, ist das relativ schwierig.

Gegen die Dreistigkeit der Sorte Dieb helfen spezielle Warensicherungsetiketten, die der Kunde ablösen kann. Deutlich sichtbar pinnen sie ein Schild an die Textilien. Darauf findet sich das Händler-Logo sowie der Hinweis, das die Entfernung zum Kauf verpflichtet. Achtung, die Widerrufsbelehrung ist anzupassen. Ehrliche Käufer stören die Warensicherungen nicht. Für eine Partynacht eignet sich Kleidung mit dem Accessoire weniger. Beabsichtigte der Besteller Wardrobing, steht er vor der Wahl. Entweder einen Ersatz bei einem anderen Verkäufer zu beziehen oder die Ware zu erwerben. Diebe werden zunehmend dreister, moderne Technik kann helfen, ihnen Grenzen zu setzten.

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