In Deutschland Unternehmen Gründen in 5 Schritten

Die Vorteile mit der Gründung eines eigenen Unternehmens liegen auf der Hand. Mehr Unabhängigkeit, freie Zeiteinteilung, selbstbestimmt arbeiten und eigene Visionen umsetzen. Gleichermaßen birgt das Unternehmertum aber auch große Herausforderungen. Hierzu zählen vor allem die höhere psychische Belastung sowie finanzielle und administrative Challenges. Doch trotzdem lässt sich zusammenfassend sagen, dass die Existenzgründung in Deutschland noch nie so einfach gewesen ist. Das Internet bietet viele neue Chancen für die Entwicklung von Produkten, die Vermarktung und den Vertrieb. Aber auch die bürokratischen Hürden und die Finanzierungsmöglichkeiten verbessern sich stetig. Also worauf noch warten? Mit diesen 5 Schritten gelingt der Start in die Selbstständigkeit.

Eine Geschäftsidee entwickeln

Schnell ist der Gedanke gefasst ein Unternehmen zu gründen. Die Idee schwirrt einem durch den Kopf und der Erfolg ist natürlich vorprogrammiert. In den Gedanken formt sich ein Bild von Ruhm und Ehre, doch das ist der Beginn des Scheiterns. Eine gute Geschäftsidee braucht Zeit und Raum. Welche Trends gibt es? Welche Nische ist noch unbesetzt? Und welche Produkte oder Dienstleistungen werden in Zukunft nachgefragt? Aber auch Punkte, wie eine Firma übernehmen oder die Existenzgründung mithilfe des Franchising-Modells, können interessant sein. Ebenso bieten Reisen und Gespräche Optionen zur Findung neuer Geschäftsideen. Genauso, wie folgende Fragen:

  • Welches Problem löst meine Dienstleistung/Produkt?
  • Was stört die Mehrheit der Personen?
  • Welches Produkt lässt sich einfacher gestalten?
  • An welchen Stellen wünschen sich Konsumenten Veränderungen?

Steht das Geschäftsmodell, sollte dies visuell festgehalten werden. Mithilfe einer Präsentation lassen sich so potenzielle Geldgeber überzeugen. Der Elevator-Pitch kann dabei als Vorlage genutzt werden. Eine Geschäftsidee sollte demnach innerhalb einer Fahrstuhlfahrt für eine fremde Person zu verstehen sein. Dazu sollte auch geklärt werden, inwiefern die Idee durch Patente geschützt werden muss. Zu guter Letzt gilt es, die Geschäftsidee umsetzen und eine stetige Anpassung vorzunehmen.

Den Markt analysieren

Die richtige Geschäftsidee bildet die Basis für ein Unternehmen. Allerdings ist damit noch nicht geklärt, ob diese auch erfolgreich am Markt bestehen kann. Hierzu wird im nächsten Schritt die ausgewählte Branche genau analysiert. Besteht eine ausreichende Nachfrage? Wie viele Konkurrenten gibt es? Was ist mein Unique-Selling-Point? Die Marktanalyse liefert wertvolle Informationen über die Zielgruppe und Tendenzen innerhalb der Branche. Und so gelingt die Analyse:

  • Schritt 1: Die Marktbeschreibung

In diesem Schritt geht es darum, die eigene Branche besser zu verstehen. Hierzu sind Fragen nach der Zielgruppe und ihren Vorlieben hilfreich. Welches Alter haben sie? Wie hoch ist ihr Einkommen? Was sind ihre Gewohnheiten? Informationen aus dem Internet, Fachzeitschriften oder von Marktforschungsinstituten können als Grundlage genutzt werden.

  • Schritt 2: Bestimmung der Marktgröße

Die Marktgröße lässt sich anhand folgender Formel beschreiben:

Marktgröße=AnzahlKäufer*Kauffrequenz*Preis

Es gilt also möglichst genau zu ermitteln, wie viele Menschen das Produkt erwerben möchten. Zudem muss geklärt werden, in welcher Häufigkeit die Konsumenten das Produkt kaufen und zu welchem Preis. Je mehr Informationen dazu über das Internet oder andere Quellen beschafft werden können, desto besser.

  • Schritt 3: Die Konkurrenzanalyse

Als Grundlage der Wettbewerbsanalyse dient das Fünf-Kräfte-Modell nach Michael E. Porter. Wie ist der Wettbewerb zwischen bestehenden Konkurrenten? Wie verhält sich die Verhandlungsstärke bei Lieferanten und gegenüber den Kunden? Wie schwer ist der Markteintritt? Und welche Ersatzprodukte gibt es?

  • Schritt 4: Die Nischenanalyse

In diesem Punkt gilt es zu klären, wie hoch die Umsätze in der Branche sind und welche Trends sich in Zukunft in dieser Nische abzeichnen werden. Zudem ist auch ein Blick auf die bisherigen Innovationen in dem Zielmarkt hilfreich.

  • Schritt 5: Durchführung einer Marktpotenzialanalyse

Dieser Schritt ist vor allem für potenzielle Geldgeber interessant. So können sie besser abschätzen, ob sich eine Investition lohnt. Hierzu sollten folgende Fragen geklärt werden. Wie viele Mitarbeiter werden benötigt? Wie hoch sind die Markteintrittskosten? Welche Hindernisse müssen überwunden werden? Und wie verhält sich der Markt in Zukunft?

Die richtige Rechtsform wählen

Durch die Rechtsform erhält die unternehmerische Tätigkeit einen rechtlichen Rahmen. Sie beeinflusst steuerliche Aspekte und die Anforderung an die Buchführungspflichten. Zudem regelt eine Rechtsform die Haftung sowie Gründungsmodalitäten. Die genauen Vorschriften ergeben sich aus dem BGB, dem HGB oder auch aus dem GmbHG. Je nach Vorhaben lassen sich Einzelgründungen oder Teamgründungen unterscheiden.

Zu den einfachsten Einzelgründungen zählen Freelancer-Tätigkeiten, das Kleingewerbe sowie der eingetragene Kaufmann. Diese Unternehmensformen lassen sich leicht umsetzen, bergen jedoch das Risiko einer Kompletthaftung.

Für Teamgründungen oder auch abgesicherte Rechtsformen eigenen sich vor allem die UG oder die GmbH. Die UG kann bereits ab 1 € gegründet werden und bietet eine Haftungsbeschränkung. Allerdings müssen Rücklagen gebildet werden, sodass im späteren Verlauf aus einer UG eine GmbH entstehen kann.

Eine GbR ist für Gründerteams auch interessant, da sie leicht zu gründen ist, mit dem Nachteil der Haftung im Schadensfall.

Einige Rechtsformen bringen weitere Herausforderungen mit sich, da zusätzlicher Aufwand erbracht werden muss. So muss etwa eine Handelsregistereintragung der Firma gemacht werden oder sogar ein Aufsichtsrat gestellt werden.

Einen Marketingplan erstellen

Der Marketingplan bildet die Grundlage für sämtliche unternehmerische Aktivitäten. Dieser stellt sicher, dass alle Beteiligten zu jederzeit wissen, was, wann, wie und warum zu tun ist. Um diesen Plan aufzustellen, können die 4P’s aus dem Marketing genutzt werden.

Produktpolitik

Für die Festlegung der Produktpolitik spielen folgende Fragen eine Rolle. Was erwarten Kunden von dem Produkt? Wie und wo wird es eingesetzt? Welchen Namen hat es? Welche Funktionen müssen das Produkt besitzen?

Preispolitik

Die Preispolitik dient dazu herauszufinden, welchen Preis Kunden bereit sind für das Produkt zu zahlen und, ob damit die Produktionskosten gedeckt sind. Zudem wird festgelegt, mit welcher Preisstrategie der Markt penetriert wird.

Distributionspolitik

Wie der Name bereits vermuten lässt, geht es darum, die Absatzmöglichkeiten festzulegen. Über welche Kanäle soll das Produkt vertrieben werden? Hierzu kann es hilfreich sein zu wissen, wo sich die eigne Zielgruppe aufhält.

Kommunikationspolitik

Dieser Punkt legt fest, was, wie und an wen etwas kommuniziert werden soll. Also sämtliche Werbemaßnahmen, um das Produkt erfolgreich an die Zielgruppe zu bringen. Mittel, wie Social-Media-Marketing oder E-Mail-Marketing können Beispiele dafür sein.

Die ersten Kunden gewinnen

Durch Social-Media wird bei der Kundengewinnung kein großes Werbebudget benötigt. Erste Marketingmaßnahmen lassen sich also sofort umsetzen. Auch Reaktionen auf Werbeposts lassen meist nicht lange auf sich warten. Wichtig ist jedoch, auf Anfragen menschlich zu reagieren und standhaft zu bleiben. Die Kommunikationspolitik hat dafür die Eckpunkte festgelegt. Kundenfragen sollten ruhig und gelassen beantwortet und Trolle bestimmend abgewiesen werden. Mit einer klaren Haltung gelingt der erste Kundenauftrag problemlos. Auch die Frage nach einem Feedback oder Hilfestellung durch den Kunden bei Dienstleistungen sind in Ordnung.

 

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