Russland und Griechenland verhandeln über wirtschaftliche Kooperation

Der Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Tsipras in Russland wurde von europäischen Landesvertretern überaus argwöhnisch beäugt und fand zum Teil heftige Kritik. Aus griechischer Sicht könnte sich dieser Besuch jedoch als lohnenswert erweisen, denn Kremlchef Putin äußerte die Absicht den Handel mit dem hochverschuldeten Griechenland wieder neu zu beleben.

Eine Lockerung der Sanktionen für beiderseitigen Profit

Der griechische Agrarmarkt könnte von Putins Gutwillen stark profitieren, denn mit einer Lockerung der EU-Sanktionen gegenüber Griechenland könnten beide Seiten stark profitieren. Das hochverschuldete Griechenland könnte den russischen Markt mit günstigeren Lebensmitteln versorgen und gleichzeitig Exportdevisen generieren, was sich überaus positiv auf der Einnahmenseite des Landes bemerkbar machen würde. Putin müsste hierfür allerdings seine Sanktionen lockern, die im Hinblick auf den Import von EU-Lebensmitteln verhängt hatte. Als Folge dieser Sanktionen sind Milchwaren sowie Fisch und Pfirsiche aus Ländern der EU auf dem russischen Markt derzeitig nicht zugelassen.

Putin betonte bei seinem Treffen mit Tsipras, dass die Bevölkerung beider Länder gemeinsame „geistige Wurzeln“ teilen würden und dementsprechend miteinander verbunden wären. Vor seinem Besuch im Kreml hatte der griechische Ministerpräsident am berühmten Grabmal des „unbekannten Soldaten“ einen Kranz zum Gedenken niedergelegt. Selbstverständlich wurde auch die Thematik der russischen Gaslieferungen bei dem Treffen beider Staatsoberhäupter angesprochen. Putin sprach davon, dass Griechenland ein wichtiger „geopolitischer Akteur“ werden könne und dass die Pläne für die russische Pipeline „Turkish Stream“ vorangetrieben werden sollten. Sollte sich Griechenland dem Projekt anschließen, so könnte die Pipeline durch das schwarze Meer bis hin zur Türkei realisiert werden, was Griechenland zu der Stellung eines wichtigen Gaspartners von Russland verhelfen könnte. Damit würde sich auch die griechische Position in der europäischen Schuldenfrage massiv verbessern.

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